Amerikas Präsident Trump hat offiziell Kevin Warsh für die Nachfolge als Vorsitzender der Federal Reserve (Fed) nominiert, was monatelange Spekulationen beendet. Diese Personalentscheidung setzt nicht nur ein Ende der Marktgerüchte, sondern entfacht auch erneut das hohe Interesse an der zukünftigen Geldpolitik der USA.
(Frühere Zusammenfassung: Eilmeldung》Trump kündigt heute Abend wahrscheinlich den neuen Fed-Vorsitz an: Die Federal Reserve sollte weitere 2–3 % senken, wer wird vom Markt am meisten favorisiert?)
(Hintergrund: Powell äußerte bei seiner Pressekonferenz eine „vorsichtige hawkishe“ Haltung: stabile Wirtschaft, leicht erhöhte Inflation, derzeit keine Eile bei Zinssenkungen)
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Am 30. Januar 2026 hat Präsident Trump offiziell Kevin Warsh für die nächste Leitung der Federal Reserve (Fed) nominiert, um den amtierenden Vorsitzenden Jerome Powell zu ersetzen. Powells Amtszeit endet im Mai 2026. Diese Personalentscheidung beendet nicht nur monatelange Spekulationen, sondern entfacht auch erneut das hohe Interesse an der zukünftigen Geldpolitik der USA.
Trumps „Rückkehr“ zur Wahl Warshs wird als klare Reaktion auf Powells geldpolitische Haltung während seiner Amtszeit gesehen. Bereits 2017, bei seinem ersten Amtsantritt, hatte Trump erwogen, Warsh an die Spitze der Fed zu berufen, entschied sich letztlich jedoch für Powell. Über die Jahre hat Trump mehrfach öffentlich kritisiert, dass Powell die Zinssenkungen zu langsam vorantreibe und die Fed nicht ausreichend mit den wirtschaftlichen Stimuli und Wachstumszielen des Weißen Hauses koordiniere.
Das Weiße Haus gab bekannt, dass die Nominierung nach mehreren Auswahlrunden erfolgte. Zu den Konkurrenten gehörten der Leiter des National Economic Council, Kevin Hassett, der derzeitige Fed-Rat Christopher Waller sowie Führungskräfte von BlackRock. Schließlich setzte sich Warsh durch.
Trump äußerte auf seiner Social-Media-Plattform Truth Social öffentlich, dass er Warsh seit Jahren kenne, an seine Fähigkeiten keinen Zweifel habe und ihn für „einen der größten Vorsitzenden in der Geschichte der Fed“ halte. Trump schrieb:
Ich freue mich, bekannt zu geben, dass ich Kevin Warsh offiziell für den Vorsitz der Federal Reserve nominiert habe.
Kevin ist derzeit Visiting Fellow am Hoover Institution der Stanford University und Dozent an der Stanford Graduate School of Business. Er ist außerdem Partner bei Stanley Druckenmiller im Duquesne Family Office LLC.
Kevin hat an der Stanford University seinen Bachelor of Arts (A.B.) gemacht und an der Harvard University seinen Juris Doctor (J.D.) erworben. Er hat umfangreiche Forschungen im Bereich Wirtschaft und Finanzen durchgeführt und der Bank of England einen unabhängigen Bericht vorgelegt, der Reformvorschläge für die Geldpolitik des Vereinigten Königreichs enthält. Dieser Bericht wurde später vom britischen Parlament übernommen.
Mit 35 Jahren wurde Kevin der jüngste Fed-Rat in der Geschichte. Zwischen 2006 und 2011 war er Mitglied des Federal Reserve Board of Governors, vertrat die Fed im G20 und war Sondergesandter für aufstrebende und entwickelte Volkswirtschaften in Asien. Zudem war er Verwaltungsrat und überwachte die Betriebsführung, Personal- und Finanzleistung des Gremiums.
Vor seinem Beitritt zum Board war Kevin von 2002 bis 2006 Sonderberater für Wirtschaftspolitik des Präsidenten und Sekretär des National Economic Council im Weißen Haus. Früher arbeitete er bei Morgan Stanley & Co. im M&A-Bereich als Vice President und Executive Director.
Ich kenne Kevin seit langem und habe keinen Zweifel, dass er einer der größten Vorsitzenden in der Geschichte der Fed sein wird, vielleicht sogar der beste. Außerdem ist er in jeder Hinsicht der „beste Kandidat“ und wird niemanden enttäuschen.
Herzlichen Glückwunsch, Kevin!
Nach Warshs Nominierung haben sich die Erwartungen an die Geldpolitik leicht verändert. Laut CME FedWatch-Tool liegt die Wahrscheinlichkeit für eine Zinssenkung bei der FOMC-Sitzung im Juni 2026 bei fast 50 %, was im Vergleich zur Zeit vor Warshs Nominierung einen Anstieg darstellt.
Es ist jedoch zu beachten, dass Warshs Nominierung noch vom US-Senat bestätigt werden muss. Bei der Mehrheitskontrolle der Republikaner im Senat wird die Zustimmung als relativ wahrscheinlich eingeschätzt. Die Anhörung wird sich voraussichtlich auf die Unabhängigkeit der Fed sowie auf mögliche zukünftige politischen Einflüsse aus dem Weißen Haus konzentrieren.