Letzte Woche zeigte der Devisenmarkt eine differenzierte Entwicklung: Der US-Dollar-Index fiel um 0,32 %, während die meisten Nicht-US-Währungen, einschließlich Yen, allgemein zulegten. Hinter dieser Bewegung stehen sowohl eine Neubewertung der Federal Reserve-Politik durch den Markt als auch tiefgreifende geopolitische Ereignisse, die Wechselkurse beeinflussen. In den kommenden zwei Wochen werden die US-Arbeitsmarktdaten und die Parlamentswahlen in Japan die wichtigsten Faktoren sein, die die Entwicklung des US-Dollars und des Yen bestimmen.
Letzte Woche: US-Dollar unter Druck, Yen kurzfristig stabil
Die schwächere Entwicklung des US-Dollars in der letzten Woche wurde hauptsächlich durch Trumps Äußerungen zur Abwertung des Dollars ausgelöst. Der US-Präsident sagte, er mache sich keine Sorgen über eine Schwächung des Dollars, was sofort Spekulationen über einen langfristigen Abwertungszyklus des Dollars auslöste. Der US-Dollar-Index fiel zeitweise auf den niedrigsten Stand seit fast vier Jahren. Allerdings blieb die Marktstimmung nicht dauerhaft bearish, da die Bekanntgabe der Personalien für den Vorsitz bei der Federal Reserve die Stimmung umkehrte.
Der Bekanntgabe des neuen Fed-Vorsitzkandidaten markierte einen Wendepunkt. Da die Marktteilnehmer erwarteten, dass die nächste Führung der Fed eine Reduktion der Bilanz anstreben würde, löste diese Erwartung Sorgen über eine Straffung der Liquidität aus. Diese Befürchtungen führten dazu, dass Kapital in den US-Dollar floss, um Sicherheit zu suchen, was den Dollar im Wochenverlauf wieder steigen ließ.
Der Yen zeigte eine zunächst gedrückte, dann erholte Kursentwicklung. Es gab Befürchtungen, dass die japanische Regierung möglicherweise in den Devisenmarkt eingreifen könnte, um den Yen zu stabilisieren. Im Zuge dieser Erwartungen stieg USD/JPY bis auf knapp 152. Mit der Änderung der Fed-Politiksignale wurde der Dollar stärker, was den Yen korrigieren ließ. Im Vergleich zu anderen Nicht-US-Währungen fiel der Yen jedoch weniger stark, was auf eine anhaltende Flucht in den Yen als sicheren Hafen hindeutet.
Euro stieß an Widerstand, entscheidend ist die Non-Farm-Datenentwicklung
Der Euro/US-Dollar-Kurs erlebte letzte Woche eine typische „Hochziehen und Rücksetzer“-Bewegung. Der Euro stieg zeitweise auf 1,2082, den höchsten Stand seit Juni 2021, schloss aber nur mit einem Anstieg von 0,18 %, was auf Gewinnmitnahmen im Hochbereich hindeutet.
Der Fokus liegt nun auf zwei Ereignissen: der Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank am 5. Februar und den US-Arbeitsmarktdaten für Januar am 6. Februar. Die meisten Marktteilnehmer erwarten, dass die EZB ihre Politik unverändert belässt. Die US-Daten könnten jedoch entscheidender sein. Wenn die Schaffung von etwa 70.000 neuen Arbeitsplätzen und die Arbeitslosenquote bei rund 4,4 % nicht erreicht werden, könnte dies die Erwartungen an eine Zinssenkung der Fed verstärken. Das würde den US-Dollar schwächen und den Euro stützen.
Technisch betrachtet, hat der Euro/US-Dollar nach einer Überhitzung eine Korrektur erlebt, befindet sich aber noch über mehreren gleitenden Durchschnitten, was auf eine weiterhin vorhandene Kaufkraft hindeutet. Ein Überschreiten von 1,191 würde die Chance eröffnen, den vorherigen Hochpunkt bei 1,208 zu testen. Bei anhaltendem Rückgang liegen die wichtigen Unterstützungen bei 1,174 (21-Tage-Durchschnitt) und 1,167 (100-Tage-Durchschnitt).
Japanische Parlamentswahlen nähern sich, Yen steht unter Abwertungsdruck
Die Parlamentswahlen in Japan sind für den 8. Februar angesetzt. Diese Wahl hat das Potenzial, den Yen erheblich zu beeinflussen. Bei einem klaren Sieg der regierenden Liberaldemokratischen Partei (LDP) würde die Machtbasis von Premierminister Sanae Takaichi weiter gestärkt, was eine konsequentere Umsetzung ihrer expansiven Fiskalpolitik erleichtern könnte.
Die von Takaichi vorgeschlagenen Maßnahmen umfassen unter anderem eine Senkung der Mehrwertsteuer. Solche expansiven Fiskalmaßnahmen gehen oft mit einer Abwertung der Landeswährung einher. Analysen von Institutionen wie Mitsubishi UFJ Morgan Stanley Securities und Invesco deuten darauf hin, dass ein Wahlsieg Takaichis und eine Fortsetzung ihrer radikalen Fiskalpolitik erneut den Yen abwerten könnten, was für Investoren ein wichtiger Grund ist, auf eine Yen-Abwertung zu setzen.
Sollte der Yen erneut stark abwerten, könnten die japanischen Behörden unter Druck geraten, verbale Interventionen im Devisenmarkt zu starten. Diese Erwartungen wirken bereits einschränkend auf den Yen. Die Marktteilnehmer werden diese Entwicklungen genau beobachten.
Technische Ausblick: Wichtige Positionen bei US-Dollar und Yen
Beim USD/JPY hat das Währungspaar bereits die 100-Tage-Linie überschritten, was auf Aufwärtsdynamik hindeutet. Bei weiterem Anstieg sind die nächsten Widerstände bei etwa 156,5 (21-Tage-Linie) und 158 zu beachten. Bei einem Kursrückfall unter die 100-Tage-Linie liegt die Unterstützung bei circa 152.
Insgesamt konzentrieren sich die Unsicherheiten im Devisenmarkt diese Woche auf zwei Ereignisse: die US-Arbeitsmarktdaten, die die Erwartungen an die Fed-Politik beeinflussen, und die japanischen Wahlen, die die Angebotsseite des Yen prägen werden. Die Entwicklung von US-Dollar und Yen wird letztlich davon abhängen, wie die Ergebnisse dieser Ereignisse von den Marktannahmen abweichen. Investoren sollten vor diesen wichtigen Terminen ein entsprechendes Risikomanagement betreiben.
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Nichtlandwirtschaftliche Daten und die japanische Parlamentswahl beeinflussen den USD/JPY-Kurs
Letzte Woche zeigte der Devisenmarkt eine differenzierte Entwicklung: Der US-Dollar-Index fiel um 0,32 %, während die meisten Nicht-US-Währungen, einschließlich Yen, allgemein zulegten. Hinter dieser Bewegung stehen sowohl eine Neubewertung der Federal Reserve-Politik durch den Markt als auch tiefgreifende geopolitische Ereignisse, die Wechselkurse beeinflussen. In den kommenden zwei Wochen werden die US-Arbeitsmarktdaten und die Parlamentswahlen in Japan die wichtigsten Faktoren sein, die die Entwicklung des US-Dollars und des Yen bestimmen.
Letzte Woche: US-Dollar unter Druck, Yen kurzfristig stabil
Die schwächere Entwicklung des US-Dollars in der letzten Woche wurde hauptsächlich durch Trumps Äußerungen zur Abwertung des Dollars ausgelöst. Der US-Präsident sagte, er mache sich keine Sorgen über eine Schwächung des Dollars, was sofort Spekulationen über einen langfristigen Abwertungszyklus des Dollars auslöste. Der US-Dollar-Index fiel zeitweise auf den niedrigsten Stand seit fast vier Jahren. Allerdings blieb die Marktstimmung nicht dauerhaft bearish, da die Bekanntgabe der Personalien für den Vorsitz bei der Federal Reserve die Stimmung umkehrte.
Der Bekanntgabe des neuen Fed-Vorsitzkandidaten markierte einen Wendepunkt. Da die Marktteilnehmer erwarteten, dass die nächste Führung der Fed eine Reduktion der Bilanz anstreben würde, löste diese Erwartung Sorgen über eine Straffung der Liquidität aus. Diese Befürchtungen führten dazu, dass Kapital in den US-Dollar floss, um Sicherheit zu suchen, was den Dollar im Wochenverlauf wieder steigen ließ.
Der Yen zeigte eine zunächst gedrückte, dann erholte Kursentwicklung. Es gab Befürchtungen, dass die japanische Regierung möglicherweise in den Devisenmarkt eingreifen könnte, um den Yen zu stabilisieren. Im Zuge dieser Erwartungen stieg USD/JPY bis auf knapp 152. Mit der Änderung der Fed-Politiksignale wurde der Dollar stärker, was den Yen korrigieren ließ. Im Vergleich zu anderen Nicht-US-Währungen fiel der Yen jedoch weniger stark, was auf eine anhaltende Flucht in den Yen als sicheren Hafen hindeutet.
Euro stieß an Widerstand, entscheidend ist die Non-Farm-Datenentwicklung
Der Euro/US-Dollar-Kurs erlebte letzte Woche eine typische „Hochziehen und Rücksetzer“-Bewegung. Der Euro stieg zeitweise auf 1,2082, den höchsten Stand seit Juni 2021, schloss aber nur mit einem Anstieg von 0,18 %, was auf Gewinnmitnahmen im Hochbereich hindeutet.
Der Fokus liegt nun auf zwei Ereignissen: der Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank am 5. Februar und den US-Arbeitsmarktdaten für Januar am 6. Februar. Die meisten Marktteilnehmer erwarten, dass die EZB ihre Politik unverändert belässt. Die US-Daten könnten jedoch entscheidender sein. Wenn die Schaffung von etwa 70.000 neuen Arbeitsplätzen und die Arbeitslosenquote bei rund 4,4 % nicht erreicht werden, könnte dies die Erwartungen an eine Zinssenkung der Fed verstärken. Das würde den US-Dollar schwächen und den Euro stützen.
Technisch betrachtet, hat der Euro/US-Dollar nach einer Überhitzung eine Korrektur erlebt, befindet sich aber noch über mehreren gleitenden Durchschnitten, was auf eine weiterhin vorhandene Kaufkraft hindeutet. Ein Überschreiten von 1,191 würde die Chance eröffnen, den vorherigen Hochpunkt bei 1,208 zu testen. Bei anhaltendem Rückgang liegen die wichtigen Unterstützungen bei 1,174 (21-Tage-Durchschnitt) und 1,167 (100-Tage-Durchschnitt).
Japanische Parlamentswahlen nähern sich, Yen steht unter Abwertungsdruck
Die Parlamentswahlen in Japan sind für den 8. Februar angesetzt. Diese Wahl hat das Potenzial, den Yen erheblich zu beeinflussen. Bei einem klaren Sieg der regierenden Liberaldemokratischen Partei (LDP) würde die Machtbasis von Premierminister Sanae Takaichi weiter gestärkt, was eine konsequentere Umsetzung ihrer expansiven Fiskalpolitik erleichtern könnte.
Die von Takaichi vorgeschlagenen Maßnahmen umfassen unter anderem eine Senkung der Mehrwertsteuer. Solche expansiven Fiskalmaßnahmen gehen oft mit einer Abwertung der Landeswährung einher. Analysen von Institutionen wie Mitsubishi UFJ Morgan Stanley Securities und Invesco deuten darauf hin, dass ein Wahlsieg Takaichis und eine Fortsetzung ihrer radikalen Fiskalpolitik erneut den Yen abwerten könnten, was für Investoren ein wichtiger Grund ist, auf eine Yen-Abwertung zu setzen.
Sollte der Yen erneut stark abwerten, könnten die japanischen Behörden unter Druck geraten, verbale Interventionen im Devisenmarkt zu starten. Diese Erwartungen wirken bereits einschränkend auf den Yen. Die Marktteilnehmer werden diese Entwicklungen genau beobachten.
Technische Ausblick: Wichtige Positionen bei US-Dollar und Yen
Beim USD/JPY hat das Währungspaar bereits die 100-Tage-Linie überschritten, was auf Aufwärtsdynamik hindeutet. Bei weiterem Anstieg sind die nächsten Widerstände bei etwa 156,5 (21-Tage-Linie) und 158 zu beachten. Bei einem Kursrückfall unter die 100-Tage-Linie liegt die Unterstützung bei circa 152.
Insgesamt konzentrieren sich die Unsicherheiten im Devisenmarkt diese Woche auf zwei Ereignisse: die US-Arbeitsmarktdaten, die die Erwartungen an die Fed-Politik beeinflussen, und die japanischen Wahlen, die die Angebotsseite des Yen prägen werden. Die Entwicklung von US-Dollar und Yen wird letztlich davon abhängen, wie die Ergebnisse dieser Ereignisse von den Marktannahmen abweichen. Investoren sollten vor diesen wichtigen Terminen ein entsprechendes Risikomanagement betreiben.